Deutschland betreibt 1.679 Großspeicher ab 100 kW mit zusammen 4,8 GW Leistung und 8,2 GWh nutzbarer Kapazität. Im Register gemeldet sind darüber hinaus 936 Projekte mit 11,8 GW und 35,0 GWh — die Pipeline übertrifft den Bestand um das 2,5-Fache.
Das Signal in einem Satz
Beim Speicherausbau entscheidet sich gerade, wer die Flexibilität von morgen besitzt.
Mit 35,0 GWh geplanter Kapazität gegenüber 8,2 GWh im Bestand wird sich der deutsche Speichermarkt in wenigen Jahren vervielfachen. Auffällig: Die geplanten Projekte sind nicht nur mehr, sondern strukturell anders — größer (3,0 h statt 1,7 h Speicherdauer) und netzdienlicher ausgelegt. Wer Flächen oder Netzanschlüsse hält, sitzt auf einer neuen Assetklasse.
Zubau: Monat für Monat
Im laufenden Jahr gingen bereits 1.912 MW Großspeicherleistung neu in Betrieb. Der Markt beschleunigt sichtbar — getrieben von Arbitrage-Erlösen, Regelleistung und der Kombination mit Erneuerbaren-Anschlüssen.
Großspeicher ab 100 kW
Neu in Betrieb genommene Leistung je Monat
Wo die Pipeline entsteht: Bundesländer
Sachsen führt die Speicher-Pipeline mit 2.791 MW an, vor Brandenburg (2.611 MW) und Bayern (1.325 MW). Die Speicher folgen der Einspeisung: Die Pipeline konzentriert sich in den wind- und solarstarken Netzregionen.
In Planung gemeldete Speicher
Geplante Leistung nach Bundesland
Wann es kommen soll — und in welcher Größe
Nach Betreiberangaben soll der Großteil der Pipeline bis 2029 ans Netz — 2028 ist mit 4,4 GW das stärkste Planjahr. Wie bei Wind gilt: Die Termine sind Selbstauskünfte und systematisch optimistisch.
Selbstauskunft der Betreiber
Geplante Leistung nach Inbetriebnahmejahr
Der Strukturwandel zeigt sich in den Größenklassen: Im Bestand dominieren Anlagen unter 10 MW — in der Pipeline liegt der Schwerpunkt klar auf Projekten über 10 MW bis in den dreistelligen Megawattbereich. Der Markt dreht vom Gewerbespeicher zur Infrastrukturklasse.
| Größenklasse | In Betrieb (Anzahl) | In Planung (Anzahl) |
|---|---|---|
| 100 kW – 1 MW | 301 MW (1.133) | 89 MW (238) |
| 1 – 10 MW | 1.431 MW (429) | 2.136 MW (578) |
| 10 – 100 MW | 2.756 MW (115) | 2.190 MW (98) |
| über 100 MW | 279 MW (2) | 7.404 MW (22) |
An welches Netz die Speicher wollen
Auch bei Speichern konzentriert sich die Pipeline auf wenige Netzgebiete: 50Hertz Transmission und Amprion führen mit zusammen 5.778 MW geplanter Anschlussleistung — dieselben Netze, um die auch die Wind-Pipeline konkurriert (siehe Pipeline-Monitor).
Anschluss-Netzbetreiber
Top 10 Netzbetreiber der Speicher-Pipeline
Co-Location: Speicher am Erzeuger-Standort
Großspeicher in Betrieb
Wo Speicher allein stehen — und wo neben Wind oder PV
1.262 Speicher mit 2.713 MW — rund 57 % der Bestandsleistung — stehen im unmittelbaren Umfeld (ca. 1-km-Raster über die Registerkoordinaten) einer laufenden Erzeugungsanlage: Kandidaten für gemeinsame Netzanschlussnutzung und kombinierte Vermarktung. Mit dem PV-Datenimport weitet sich diese Auswertung auf Solarparks aus; eine anschlussscharfe Zuordnung leisten wir in der Einzelfallanalyse.
Was Entscheider daraus ableiten können
Betreiber & Entwickler
Kolokation am bestehenden Netzanschluss hebt Parkwerte, verwertet Abregelung und spart Anschlusskosten — die Kandidaten stehen im Register. Site Intelligence →
Investoren & M&A
Die Speicher-Pipeline zeigt, welche Akteure sich Flexibilität sichern — und wo Projektrechte handelbar werden. M&A Intelligence →
Netzbetreiber
Die gemeldete Anschlusspipeline je Netzgebiet ist planbare Flexibilität — und Wettbewerb um dieselben Einspeisepunkte. Load & Grid Forecast →
Methodik und Grenzen
Datenbasis
- Marktstammdatenregister (BNetzA), eigener validierter Import; nur Stromspeicher > 100 kW (Heimspeicher ausgeschlossen)
- Leistung (MW) und nutzbare Kapazität (MWh) je Einheit
- Aggregierte Rohdaten: weekly.json
Einordnung
- Planungsmeldungen sind Selbstauskünfte; nicht jedes Projekt wird realisiert, Termine sind optimistisch.
- Co-Location ist eine räumliche Näherung (ca. 1-km-Koordinatenraster); das MaStR führt Erzeugungs- und Speicherlokationen getrennt, eine anschlussscharfe Zuordnung erfordert Einzelfallprüfung.
- Pumpspeicher und Power-to-Gas sind nicht Teil dieser Auswertung.
Quellen
Marktstammdatenregister ↗ · Bundesnetzagentur ↗ · Eigene Datenbank und Berechnungen (askrionAI)