MaStR-Datenstand 30.09.2026Aktualisiert 02.10.2026
Aggregierte Rohdaten: weekly.json

Wind · Pipeline · KW 40 / 2026

51,0 GW in Planung. Die Frage ist nicht ob, sondern wo und wann.

Das Marktstammdatenregister enthält neben dem Bestand auch jede gemeldete Planung. Wir werten diese Pipeline wöchentlich aus: nach Bundesland, nach geplantem Inbetriebnahmejahr und nach dem Netz, an das die Projekte anschließen wollen.

Pipeline gesamt51,0 GW8.187 WEA in Planung
Bestand in Betrieb71,1 GW29.234 WEA > 100 kW
Neu registriert (12 Mon.)22,9 GWgleitende Jahressumme
Geplante IBN 202719,0 GWstärkstes Planjahr

Der öffentliche Blick auf die Windenergie richtet sich meist auf Zubau und Genehmigungen. Die eigentliche Vorlaufgröße steht aber im Register selbst: 8.187 Windenergieanlagen mit zusammen rund 51,0 GW sind aktuell als „in Planung" gemeldet — fast drei Viertel des heutigen Bestands von rund 71 GW noch einmal obendrauf. Diese Analyse macht sichtbar, wie sich diese Pipeline räumlich, zeitlich und netzseitig verteilt.

Das Signal in einem Satz

Die Pipeline verschiebt das Gravitationszentrum der Windenergie nach Westen.

Nordrhein-Westfalen ist mit gut 13 GW geplanter Leistung mit Abstand größter Pipeline-Standort — mehr als das heute dort installierte Bestandsvolumen. Wer Flächen, Netzanschlüsse oder Zielunternehmen bewertet, sollte die Landkarte von morgen zugrunde legen, nicht die von gestern.

Wo geplant wird: Bundesländer

Die drei größten Pipeline-Länder — Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg — vereinen 28,6 GW und damit 56 % der gesamten geplanten Leistung. Auffällig: Bayern und Hessen, im Bestand bislang Nachzügler, melden inzwischen jeweils knapp 3 GW Planungen — die Flächenausweisungen der letzten Jahre werden im Register sichtbar.

In Planung gemeldete WEA

Geplante Leistung nach Bundesland

GW · MaStR, eigene Auswertung
Nordrhein-Westfalen13,1 GWNiedersachsen10,5 GWBrandenburg5,0 GWMecklenburg-Vorpommern3,4 GWSchleswig-Holstein3,0 GWRheinland-Pfalz2,9 GWHessen2,9 GWBayern2,7 GWSachsen-Anhalt2,6 GWBaden-Württemberg1,7 GWThüringen1,7 GWSachsen1,1 GWSaarland0,3 GWBremen0,0 GWHamburg0,0 GW
Alle im MaStR mit Betriebsstatus „In Planung" gemeldeten Windenergieanlagen an Land über 100 kW, summierte Bruttoleistung je Bundesland. Quelle: Marktstammdatenregister (BNetzA), eigener validierter Import.

Wann es kommen soll: geplante Inbetriebnahmejahre

Nach den Selbstauskünften der Betreiber ballt sich die Realisierung in einem engen Fenster: 2026 bis 2028 sollen zusammen rund 45 GW ans Netz gehen, mit 2027 (19 GW) als stärkstem Jahr. Das ist erkennbar ambitioniert — zum Vergleich: Der beste je erreichte Jahreszubau lag bei gut 5 GW. Ein Teil der Termine wird sich verschieben; genau diese Verschiebung ist die Kennzahl, die wir Woche für Woche nachhalten.

Selbstauskunft der Betreiber

Geplante Leistung nach Inbetriebnahmejahr

GW · überfällige Termine separat
0,0 10,2 20,5 GW0,3bis 20258,5202619,0202717,320285,8ab 2029
Geplantes Inbetriebnahmedatum laut MaStR-Meldung. „bis 2025" = Termine in der Vergangenheit, die noch nicht als in Betrieb gemeldet sind (Verzögerung oder Meldeverzug).

Wie schnell die Pipeline wächst

In den letzten zwölf vollen Monaten kamen knapp 23 GW neue Planungsmeldungen hinzu. Der Rhythmus folgt dabei sichtbar den Ausschreibungs- und Genehmigungsterminen — mit Spitzen im Dezember 2025 (4,6 GW in einem Monat) sowie jeweils vor den Gebotsterminen im Frühjahr und Herbst.

Neu registrierte Planungen

Neuzugänge in der Pipeline je Monat

GW je Monat, letzte 24 Monate
0,02,55,0 GWOkt 24Jan 25Jul 25Jan 26Jul 26letzter Monat ggf. unvollständig (Meldeverzug)
Monat der Erstregistrierung im MaStR für heute noch in Planung befindliche Anlagen. Bereits realisierte oder zurückgezogene Meldungen sind nicht enthalten.

An welches Netz die Pipeline will

Für Standort- und Transaktionsentscheidungen ist die Netzseite oft der härteste Filter. Die Pipeline konzentriert sich stark: Westnetz (12,5 GW) und Avacon (9,9 GW) stehen zusammen für fast die Hälfte der geplanten Leistung mit Netzbetreiber-Angabe. Wer in diesen Netzgebieten plant, konkurriert um dieselben Umspannwerke, Einspeisepunkte und Baukapazitäten.

Anschluss-Netzbetreiber

Top 10 Netzbetreiber der Pipeline

GW geplanter Anschlussleistung
Westnetz12,5 GWAvacon Netz9,9 GWE.DIS Netz5,1 GWSchleswig-Holstein Netz2,6 GWMitteldeutsche Netzgesellschaft Strom2,4 GWBayernwerk Netz1,5 GWWestfalen Weser Netz1,3 GWEWE NETZ1,2 GWTEN Thüringer Energienetze1,1 GWNetze BW1,0 GW
Summierte geplante Bruttoleistung je gemeldetem Anschlussnetzbetreiber. Rund 5,7 GW ohne Netzbetreiber-Angabe sind nicht dargestellt.

Die Anlagen werden weiter größer

Die durchschnittliche Leistung neu in Betrieb genommener Anlagen ist seit 2018 von 3,2 MW auf rund 5,6 MW gestiegen. Für Bestandshalter heißt das: Repowering multipliziert Leistung auf gleicher Fläche — und macht alte Standorte mit guten Netzen zum strategischen Asset.

Zubau-Charakteristik

Durchschnittliche Anlagenleistung des Zubaus

MW je WEA, nach Inbetriebnahmejahr
0,03,26,5 MW3,2320183,3920193,4020203,9820214,3620224,7920235,1120245,4520255,642026
Mittlere Bruttoleistung der im jeweiligen Jahr in Betrieb genommenen und heute noch betriebenen Anlagen.

Was Entscheider daraus ableiten können

01

Investoren & M&A

Pipeline-Volumen je Region und Eigentümerumfeld zeigt, wo Zielunternehmen wachsen werden — bevor es die Zubaustatistik zeigt. M&A Intelligence →

02

Projektentwickler

Netzbetreiber-Konzentration und regionale Ballung sind Frühindikatoren für Anschlusswartezeiten und Flächenwettbewerb. Site Intelligence →

03

Netzbetreiber & Kommunen

Die gemeldete Anschlusspipeline je Netzgebiet ist planbare Last von morgen — und Grundlage für Ausbau- und Personalplanung. Load & Grid Forecast →

Methodik und Grenzen

Datenbasis

  • Marktstammdatenregister (BNetzA), Gesamtdatenexport, eigener validierter Import in unsere Analysedatenbank
  • Filter: Windenergie an Land, Bruttoleistung > 100 kW
  • Betriebsstatus „In Planung" = registrierte, noch nicht in Betrieb genommene Einheiten
  • Aggregierte Werte dieser Seite als JSON: weekly.json

Einordnung

  • Planungsmeldungen sind Selbstauskünfte; nicht jedes gemeldete Projekt wird realisiert.
  • Geplante Inbetriebnahmetermine sind systematisch optimistisch.
  • Zurückgezogene Planungen verschwinden aus dem Register; die Pipeline ist eine Momentaufnahme.
  • Bestandskurve in Bestandsperspektive: zurückgebaute Anlagen sind nicht enthalten.

Quellen

Marktstammdatenregister ↗ · Bundesnetzagentur ↗ · Eigene Datenbank und Berechnungen (askrionAI)

Von der Marktsicht zur Einzelfallanalyse

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