Bis zum 30.09.2026 wurden in Deutschland 667 Windenergieanlagen mit zusammen 3.760 MW neu in Betrieb genommen. Der kumulierte Bestand liegt bei 71,1 GW aus 29.234 Anlagen. Dieser Report aktualisiert die zentralen Kennzahlen des Windenergieausbaus wöchentlich — als laufende Ergänzung zur halbjährlichen Bilanz.
Zubau: Monat für Monat
Der Zubau läuft 2026 bemerkenswert gleichmäßig: Im letzten vollen Monat (Aug) gingen 503 MW ans Netz. Der Dezember bleibt traditionell der stärkste Monat — viele Projekte sichern sich den Jahresendtermin für Förderfristen und Abschreibungen.
Brutto-Zubau
Neu in Betrieb genommene Leistung je Monat
Rückbau und Netto-Zubau
Dem Brutto-Zubau von 3.760 MW stehen 2026 bislang 475 endgültig stillgelegte Anlagen mit 670 MW gegenüber — der Netto-Zubau liegt damit bei 3.091 MW. Die zurückgebauten Anlagen waren im Mittel rund 22 Jahre in Betrieb; der Großteil der Stilllegungen fällt in Repowering-Konstellationen.
Zubau und Stilllegung
Brutto-Zubau und Rückbau je Monat
Repowering-Indikator: Von den 667 Neuanlagen des Jahres 2026 stehen 190 (29 % der Leistung) in Gemeinden, in denen im Umfeld der Inbetriebnahme (−24 bis +12 Monate) Altanlagen endgültig stillgelegt wurden — eine Näherung für den Repowering-Anteil, da das Register Repowering nicht direkt kennzeichnet. Hinweis zur Abdeckung: 2.947 von 2.947 stillgelegten Anlagen tragen ein Stilllegungsdatum.
Wo gebaut wird: Bundesländer im laufenden Jahr
Nordrhein-Westfalen führt den Zubau 2026 mit 881 MW an, vor Niedersachsen (707 MW) und Schleswig-Holstein (579 MW). Die drei führenden Länder tragen 58 % des Jahreszubaus.
Zubau 2026 (Jan–Datenstand)
Brutto-Zubau nach Bundesland
Der Bestand: 16 Länder, ein Nord-Süd-Gefälle
Die Leistungsdichte zeigt das strukturelle Gefälle: Schleswig-Holstein führt mit großem Abstand bei der Leistung je Quadratkilometer, während Bayern trotz vierthöchster Landesfläche im Bestand weit zurückliegt — und genau dort wächst die Planungspipeline inzwischen am schnellsten (siehe Pipeline-Monitor).
| Bundesland | Kumulierte Leistung | Anlagen | Leistung je km² |
|---|---|---|---|
| Niedersachsen | 14.429 MW | 6.192 WEA | 302 kW/km² |
| Schleswig-Holstein | 10.134 MW | 3.355 WEA | 641 kW/km² |
| Nordrhein-Westfalen | 9.888 MW | 3.926 WEA | 290 kW/km² |
| Brandenburg | 9.656 MW | 4.111 WEA | 326 kW/km² |
| Sachsen-Anhalt | 5.699 MW | 2.629 WEA | 278 kW/km² |
| Rheinland-Pfalz | 4.472 MW | 1.798 WEA | 225 kW/km² |
| Mecklenburg-Vorpommern | 4.378 MW | 1.894 WEA | 188 kW/km² |
| Hessen | 2.954 MW | 1.203 WEA | 140 kW/km² |
| Bayern | 2.892 MW | 1.189 WEA | 41 kW/km² |
| Baden-Württemberg | 2.293 MW | 861 WEA | 64 kW/km² |
| Thüringen | 1.930 MW | 853 WEA | 119 kW/km² |
| Sachsen | 1.498 MW | 857 WEA | 81 kW/km² |
| Saarland | 579 MW | 220 WEA | 225 kW/km² |
| Bremen | 187 MW | 79 WEA | 447 kW/km² |
| Hamburg | 122 MW | 61 WEA | 161 kW/km² |
| Berlin | 17 MW | 6 WEA | 19 kW/km² |
| Deutschland | 71.126 MW | 29.234 WEA | 199 kW/km² |
Die Anlagen: Konfiguration des Zubaus
Die 2026 neu errichtete Durchschnittsanlage leistet 5,64 MW bei 154 m Rotordurchmesser, 151 m Nabenhöhe und rund 228 m Gesamthöhe. Der Trend zu größeren, leistungsstärkeren Anlagen setzt sich damit ungebrochen fort.
Hersteller: Marktanteile im laufenden Jahr
Nordex führt den Leistungszubau 2026 mit 35 % Marktanteil an. Die drei großen Hersteller vereinen 97 % des Marktes — die Konzentration auf der Angebotsseite bleibt ein strategischer Faktor für Einkauf, Service und Termintreue.
Leistungszubau 2026 (Jan–Datenstand)
Marktanteile der Hersteller
Ausschreibungen 2026: Der Preis rutscht weiter
Die Bundesnetzagentur hat 2026 bislang 3 Runden vergeben — alle deutlich überzeichnet. Der mengengewichtete Zuschlagswert fiel von 5,54 ct/kWh im Februar auf 4,79 ct/kWh im August (1. August 2026, veröffentlicht laut BNetzA am 17.09.2026). Insgesamt wurden 2026 bereits 8,5 GW bezuschlagt; der Höchstwert liegt bei 7,25 ct/kWh.
| Runde | Gebotstermin | Volumen | Gebote | Bezuschlagt | Ø-Zuschlagswert |
|---|---|---|---|---|---|
| WIN26-1 | 1. Februar 2026 | 3.400 MW | 7.800 MW | 3.443 MW | 5,54 ct/kWh |
| WIN26-2 | 1. Mai 2026 | 2.500 MW | 6.400 MW | 2.501 MW | 5,06 ct/kWh |
| WIN26-3 | 1. August 2026 | 2.520 MW | 5.250 MW | 2.523 MW | 4,79 ct/kWh |
| WIN26-4 | 1. November 2026 | 2.500 MW | Ergebnis ausstehend | ||
Im Register sichtbar: Von der aktuellen Planungs-Pipeline (51,0 GW) tragen 1.559 Anlagen mit 9,9 GW bereits eine Zuschlagsnummer — 41,1 GW stehen noch ohne gemeldeten Zuschlag im Wettbewerb um die kommenden Runden. Diese Lücke ist der Treiber des anhaltenden Preisdrucks.
Erzeugung und Marktwerte
Die Windenergie an Land erzeugte 2026 bis einschließlich Aug 64,9 TWh Strom — +13 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (57,5 TWh). Wind an Land bleibt damit der wichtigste Energieträger der deutschen Stromerzeugung.
Realisierte Erzeugung
Stromerzeugung Wind an Land je Monat
Der Monatsmarktwert Wind an Land lag zuletzt bei 11,55 ct/kWh (Aug 2026) — deutlich über den aktuellen Zuschlagswerten der Ausschreibungen (4,79 ct/kWh). Diese Spreizung zwischen Bestandserlösen und Neuanlagen-Vergütung prägt derzeit jede Investitionsrechnung. Quelle: Netztransparenz (Übertragungsnetzbetreiber), Marktwertübersicht.
| Monat | Marktwert Wind an Land |
|---|---|
| Jan 2026 | 9,50 ct/kWh |
| Mrz 2026 | 5,70 ct/kWh |
| Mai 2026 | 9,50 ct/kWh |
| Jul 2026 | 8,60 ct/kWh |
| Aug 2026 | 11,55 ct/kWh |
| Mittel H1 2026 | 8,21 ct/kWh |
Zielpfad: Wo der Ausbau stehen müsste
Das EEG sieht für Ende 2026 einen Bestand von 84 GW vor, für 2030 115 GW. Der Abstand zum Pfad ist die zentrale politische Kennzahl — und der Grund, warum Genehmigungs- und Zuschlagsvolumina weiter hoch bleiben werden.
EEG 2023
Bestand heute vs. gesetzliche Ziele
Methodik und Grenzen
Datenbasis
- Marktstammdatenregister (BNetzA), eigener validierter Import; nur Wind an Land > 100 kW
- Ausschreibungsergebnisse: Bekanntmachungen der BNetzA
- Zuschlagsstatus je Anlage aus den im MaStR gemeldeten Zuschlagsnummern
- Aggregierte Rohdaten: weekly.json
Grenzen
- Rückbau: Nicht jede endgültige Stilllegung trägt im MaStR ein Stilllegungsdatum; undatierte Stilllegungen fehlen in der Monatsdarstellung (Abdeckung in der Grafik vermerkt).
- Repowering: Das MaStR kennzeichnet Repowering nicht direkt; unser Indikator zählt Neuanlagen in Gemeinden mit zeitnaher Stilllegung und ist als Näherung zu lesen.
- Inbetriebnahmen werden mit Meldeverzug registriert; der jüngste Monat ist systematisch untererfasst.
- Zuschlagsnummern im MaStR sind Selbstmeldungen und decken nicht jeden Zuschlag ab.
Quellen
Marktstammdatenregister ↗ · Bundesnetzagentur ↗ · SMARD ↗ · Netztransparenz ↗ · Eigene Datenbank und Berechnungen (askrionAI)