MaStR-Datenstand 30.09.2026Aktualisiert 02.10.2026
Aggregierte Rohdaten: weekly.json

Wind an Land · Status · KW 40 / 2026

Der Status des Windenergieausbaus. Jede Woche neu.

Was Halbjahresberichte zweimal im Jahr liefern, werten wir laufend aus dem Marktstammdatenregister aus: Zubau, regionale Verteilung, Anlagenkonfiguration, Hersteller, Zuschlagsstatus und Zielpfad — mit offengelegtem Datenstand und offenen Rohdaten.

Brutto-Zubau 2026 YTD3.760 MW667 WEA bis 30.09.2026
Netto-Zubau 2026 YTD3.091 MWnach 670 MW Rückbau
Kumulierter Bestand71,1 GW29.234 WEA in Betrieb
Zuschlagswert WIN26-34,79 ct/kWhTiefstand im Jahr 2026

Bis zum 30.09.2026 wurden in Deutschland 667 Windenergieanlagen mit zusammen 3.760 MW neu in Betrieb genommen. Der kumulierte Bestand liegt bei 71,1 GW aus 29.234 Anlagen. Dieser Report aktualisiert die zentralen Kennzahlen des Windenergieausbaus wöchentlich — als laufende Ergänzung zur halbjährlichen Bilanz.

Zubau: Monat für Monat

Der Zubau läuft 2026 bemerkenswert gleichmäßig: Im letzten vollen Monat (Aug) gingen 503 MW ans Netz. Der Dezember bleibt traditionell der stärkste Monat — viele Projekte sichern sich den Jahresendtermin für Förderfristen und Abschreibungen.

Brutto-Zubau

Neu in Betrieb genommene Leistung je Monat

GW je Monat, letzte 24 Monate
0,00,50,9 GWOkt 24Jan 25Jul 25Jan 26Jul 26letzter Monat ggf. unvollständig (Meldeverzug)
Monat der Inbetriebnahme laut MaStR, nur Wind an Land über 100 kW. Brutto-Perspektive: Stilllegungen sind nicht enthalten (siehe Methodik). Quelle: Marktstammdatenregister, eigener validierter Import.

Rückbau und Netto-Zubau

Dem Brutto-Zubau von 3.760 MW stehen 2026 bislang 475 endgültig stillgelegte Anlagen mit 670 MW gegenüber — der Netto-Zubau liegt damit bei 3.091 MW. Die zurückgebauten Anlagen waren im Mittel rund 22 Jahre in Betrieb; der Großteil der Stilllegungen fällt in Repowering-Konstellationen.

Zubau und Stilllegung

Brutto-Zubau und Rückbau je Monat

MW · letzte 24 Monate
8500-104Okt 24Jan 25Jul 25Jan 26Jul 26MW je Monat · jüngste Monate wegen Meldeverzug unvollständig
Inbetriebnahmen (türkis, nach oben) und endgültige Stilllegungen (orange, nach unten) je Monat laut MaStR. Stilllegungen ohne gemeldetes Datum sind nicht dargestellt.

Repowering-Indikator: Von den 667 Neuanlagen des Jahres 2026 stehen 190 (29 % der Leistung) in Gemeinden, in denen im Umfeld der Inbetriebnahme (−24 bis +12 Monate) Altanlagen endgültig stillgelegt wurden — eine Näherung für den Repowering-Anteil, da das Register Repowering nicht direkt kennzeichnet. Hinweis zur Abdeckung: 2.947 von 2.947 stillgelegten Anlagen tragen ein Stilllegungsdatum.

Wo gebaut wird: Bundesländer im laufenden Jahr

Nordrhein-Westfalen führt den Zubau 2026 mit 881 MW an, vor Niedersachsen (707 MW) und Schleswig-Holstein (579 MW). Die drei führenden Länder tragen 58 % des Jahreszubaus.

Zubau 2026 (Jan–Datenstand)

Brutto-Zubau nach Bundesland

GW · MaStR, eigene Auswertung
Nordrhein-Westfalen881 MWNiedersachsen707 MWSchleswig-Holstein579 MWMecklenburg-Vorpommern458 MWBaden-Württemberg220 MWRheinland-Pfalz184 MWHessen180 MWBrandenburg177 MWBayern133 MWSachsen94 MWSachsen-Anhalt82 MWThüringen49 MWSaarland16 MW
Summierte Bruttoleistung der im laufenden Jahr in Betrieb genommenen Anlagen je Bundesland.

Der Bestand: 16 Länder, ein Nord-Süd-Gefälle

Die Leistungsdichte zeigt das strukturelle Gefälle: Schleswig-Holstein führt mit großem Abstand bei der Leistung je Quadratkilometer, während Bayern trotz vierthöchster Landesfläche im Bestand weit zurückliegt — und genau dort wächst die Planungspipeline inzwischen am schnellsten (siehe Pipeline-Monitor).

BundeslandKumulierte LeistungAnlagenLeistung je km²
Niedersachsen14.429 MW6.192 WEA302 kW/km²
Schleswig-Holstein10.134 MW3.355 WEA641 kW/km²
Nordrhein-Westfalen9.888 MW3.926 WEA290 kW/km²
Brandenburg9.656 MW4.111 WEA326 kW/km²
Sachsen-Anhalt5.699 MW2.629 WEA278 kW/km²
Rheinland-Pfalz4.472 MW1.798 WEA225 kW/km²
Mecklenburg-Vorpommern4.378 MW1.894 WEA188 kW/km²
Hessen2.954 MW1.203 WEA140 kW/km²
Bayern2.892 MW1.189 WEA41 kW/km²
Baden-Württemberg2.293 MW861 WEA64 kW/km²
Thüringen1.930 MW853 WEA119 kW/km²
Sachsen1.498 MW857 WEA81 kW/km²
Saarland579 MW220 WEA225 kW/km²
Bremen187 MW79 WEA447 kW/km²
Hamburg122 MW61 WEA161 kW/km²
Berlin17 MW6 WEA19 kW/km²
Deutschland71.126 MW29.234 WEA199 kW/km²

Die Anlagen: Konfiguration des Zubaus

Die 2026 neu errichtete Durchschnittsanlage leistet 5,64 MW bei 154 m Rotordurchmesser, 151 m Nabenhöhe und rund 228 m Gesamthöhe. Der Trend zu größeren, leistungsstärkeren Anlagen setzt sich damit ungebrochen fort.

Anlagenleistung5,64 MWØ Zubau 2026
Rotordurchmesser154 mØ Zubau 2026
Nabenhöhe151 mØ Zubau 2026
Gesamthöhe228 mNabe + halber Rotor

Hersteller: Marktanteile im laufenden Jahr

Nordex führt den Leistungszubau 2026 mit 35 % Marktanteil an. Die drei großen Hersteller vereinen 97 % des Marktes — die Konzentration auf der Angebotsseite bleibt ein strategischer Faktor für Einkauf, Service und Termintreue.

Leistungszubau 2026 (Jan–Datenstand)

Marktanteile der Hersteller

GW · Anteil am Brutto-Zubau
Nordex1,32 GW · 35 % Enercon1,17 GW · 31 % Vestas1,17 GW · 31 % GE0,08 GW · 2 % Sonstige0,02 GW · 0 % Vensys0,01 GW · 0 %
Herstellerangabe laut MaStR, auf Konzernebene zusammengefasst (z. B. Nordex Germany/Energy/SE → Nordex).

Ausschreibungen 2026: Der Preis rutscht weiter

Die Bundesnetzagentur hat 2026 bislang 3 Runden vergeben — alle deutlich überzeichnet. Der mengengewichtete Zuschlagswert fiel von 5,54 ct/kWh im Februar auf 4,79 ct/kWh im August (1. August 2026, veröffentlicht laut BNetzA am 17.09.2026). Insgesamt wurden 2026 bereits 8,5 GW bezuschlagt; der Höchstwert liegt bei 7,25 ct/kWh.

RundeGebotsterminVolumenGeboteBezuschlagtØ-Zuschlagswert
WIN26-11. Februar 20263.400 MW7.800 MW3.443 MW5,54 ct/kWh
WIN26-21. Mai 20262.500 MW6.400 MW2.501 MW5,06 ct/kWh
WIN26-31. August 20262.520 MW5.250 MW2.523 MW4,79 ct/kWh
WIN26-41. November 20262.500 MWErgebnis ausstehend

Im Register sichtbar: Von der aktuellen Planungs-Pipeline (51,0 GW) tragen 1.559 Anlagen mit 9,9 GW bereits eine Zuschlagsnummer — 41,1 GW stehen noch ohne gemeldeten Zuschlag im Wettbewerb um die kommenden Runden. Diese Lücke ist der Treiber des anhaltenden Preisdrucks.

Erzeugung und Marktwerte

Die Windenergie an Land erzeugte 2026 bis einschließlich Aug 64,9 TWh Strom — +13 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (57,5 TWh). Wind an Land bleibt damit der wichtigste Energieträger der deutschen Stromerzeugung.

Realisierte Erzeugung

Stromerzeugung Wind an Land je Monat

TWh · SMARD
0,07,515,1 TWhSep 24Jan 25Jul 25Jan 26Jul 26Datenbasis SMARD; jüngster Monat ggf. vorläufig
Realisierte monatliche Stromerzeugung Windenergie an Land. Datenbasis: Bundesnetzagentur | SMARD.de.

Der Monatsmarktwert Wind an Land lag zuletzt bei 11,55 ct/kWh (Aug 2026) — deutlich über den aktuellen Zuschlagswerten der Ausschreibungen (4,79 ct/kWh). Diese Spreizung zwischen Bestandserlösen und Neuanlagen-Vergütung prägt derzeit jede Investitionsrechnung. Quelle: Netztransparenz (Übertragungsnetzbetreiber), Marktwertübersicht.

MonatMarktwert Wind an Land
Jan 20269,50 ct/kWh
Mrz 20265,70 ct/kWh
Mai 20269,50 ct/kWh
Jul 20268,60 ct/kWh
Aug 202611,55 ct/kWh
Mittel H1 20268,21 ct/kWh

Zielpfad: Wo der Ausbau stehen müsste

Das EEG sieht für Ende 2026 einen Bestand von 84 GW vor, für 2030 115 GW. Der Abstand zum Pfad ist die zentrale politische Kennzahl — und der Grund, warum Genehmigungs- und Zuschlagsvolumina weiter hoch bleiben werden.

EEG 2023

Bestand heute vs. gesetzliche Ziele

GW installierte Leistung
0,0 62,1 124,2 GW71,1Bestand 202684,0Ziel 202699,0Ziel 2028115,0Ziel 2030
Kumulierter Bestand (MaStR, eigener Import) gegen die Zielwerte des EEG 2023.

Methodik und Grenzen

Datenbasis

  • Marktstammdatenregister (BNetzA), eigener validierter Import; nur Wind an Land > 100 kW
  • Ausschreibungsergebnisse: Bekanntmachungen der BNetzA
  • Zuschlagsstatus je Anlage aus den im MaStR gemeldeten Zuschlagsnummern
  • Aggregierte Rohdaten: weekly.json

Grenzen

  • Rückbau: Nicht jede endgültige Stilllegung trägt im MaStR ein Stilllegungsdatum; undatierte Stilllegungen fehlen in der Monatsdarstellung (Abdeckung in der Grafik vermerkt).
  • Repowering: Das MaStR kennzeichnet Repowering nicht direkt; unser Indikator zählt Neuanlagen in Gemeinden mit zeitnaher Stilllegung und ist als Näherung zu lesen.
  • Inbetriebnahmen werden mit Meldeverzug registriert; der jüngste Monat ist systematisch untererfasst.
  • Zuschlagsnummern im MaStR sind Selbstmeldungen und decken nicht jeden Zuschlag ab.

Quellen

Marktstammdatenregister ↗ · Bundesnetzagentur ↗ · SMARD ↗ · Netztransparenz ↗ · Eigene Datenbank und Berechnungen (askrionAI)

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